Berufungsprozess Merklinger Schweinemastbetrieb

Berufungsprozess Merklinger Schweinemastbetrieb

Im Berufungsprozess um die skandalösen Zustände in einem Schweinemastbetrieb in Merklingen vor dem Landgericht Ulm haben sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen für den angeklagten Landwirt gefordert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollen.

Friedrich Mülln von der Tierschutzorganisation „Soko Tierschutz“, der den Fall 2016 aufgedeckt hatte und als Zeuge aussagte, spricht von einem „Trauerspiel in Ulm“. Mülln zeigte sich Medienberichten zufolge in der Verhandlungspause von den Plädoyers geschockt. „Der Staatsanwalt hat hier wieder den Job des Verteidigers übernommen“, sagte er Medienvertretern. „Die Justiz hat dem Tierschutz einen Bärendienst erwiesen.“ Sollte das Urteil zur Bewährung ausgesetzt werden, glaubt er, hinterlasse das bei vielen Landwirt den Eindruck, sie kämen in Zukunft immer so leicht davon.

In einem erstinstanzlichen Urteil des Amtsgerichts Ulm im März 2019 hatte Richter Oliver Chama noch eine dreijährige Haftstrafe verhängt, die nicht zur Bewährung auszusetzen gewesen wäre. Gegen dieses Urteil hatten aber Staatsanwaltschaft und Verteidigung des angeklagten 57-jährigen Landwirtes Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihren Antrag damit begründet, dass in dem Urteil des Amtsgerichtes strafmildernde Umstände des Angeklagten nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.

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